27.5.10

Brutalstmöglicher Nachruf

Man muss sich doch mal zum Koch-Rücktritt äußern an dieser Stelle. Das Böse in der Welt ist ja im Allgemeinen der Grund für jeden aufrechten Blogger zu bloggen, im Speziellen war es für das Personal dieser Butze hier toujours déjà Roland Koch. Außerdem liegt es mir ganz dicht am Herzen, die im Aussterben begriffene Kulturtechnik des Bloggens auch für unsere metaphorischen Kinder zu bewahren, selbst wenn das heute für mich bedeutet, um die Ecke zur Pfandleihe laufen und das Blog bei Getrud für sibbznfuffzich wieder auslösen zu müssen.

Zu Kochs Ankündigung, aus seinen politischen Ämtern zu scheiden, gab es schon einiges an Kommentar. Der unter dem eigenen politischen Gewicht implodierte superdichte Roland hinterlasse ein "schwarzes Loch" in der Christilichen Dschihad-Union. Christian Wulff, offenbar ganz fight statt flight, sagt, "Man muss eben sehen, dass man gute Leute auch hält", und sieht Koch also als einen aus der Küche Gejagten, als weiteres Opferlamm auf dem Angela-Altar in der Tradition solcher inzwischen in der Gosse verschmachtenden armen Hascherln wie Friedrich Merz und Ätzmund Stoiber. Das ist natürlich alles Lulu.

Wer Koch wirklich ehren mag, sollte sagen, wer der Dahinscheidende wirklich war und ist. In diesem Sinne: Roland Koch, geboren 1843 in Clausthal, gestorben 1910 in Baden, war ein deutscher Mediziner und Mikrobiologe. Ihm gelang es 1876 erstmals, den Erreger des Milzbrands (Bacillus anthracis) außerhalb des Organismus zu züchten. 1882 entdeckte er den Erreger der Tuberkulose (Mycobacterium tuberculosis). Der Träger des Medizin-Nobelpreises gilt zusammen mit Louis Pasteur als Pionier der modernen Bakteriologie.

Wer auf den Roland-Koch-Tääg südlich dieser Auslassung klickst, kann abschließend den Werdegang des Jahrhundert-Politikers Roland Koch im Spiegel der R@D-Bereichterstattung studieren. Das ist dann auch endlich mal ein Studium, das man in weniger als 20 Semestern schafft, ganz im Sinne des Gespiegelten. Sicherlich gibt es hier irgendwo noch mehr Brei zum Koch, aber nicht alles ist mit Täägs erschlossen, daher die Losung: Selber suchen!

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1.6.07

Liebe machen gegen Rechts!

Endlich wurde das größte Rätsel der Deutschen Nachkriegszeit gelöst: Warum zur Hölle sind die meisten männlichen Ostdeutschen immernoch/schonwieder faschistoid, obwohl ihnen die Wiedervereinigung doch eigentlich blühende Landschaften und Wirtschaftswunder auf Wirtschafswunder gebracht hat?

Die Antwort gibt nun eine Studie des Berliner Instituts für Bevölkerung und Entwicklung: Die Ossis wählen deswegen rechts, weil sie nix zum ficken haben! Die Abwanderung hochqualifizierter junger Frauen aus den mitteldeutschen Ostgebieten hinterlässt eine sexuell frustrierte männliche Unterschicht, die ohne permanente weibliche Gesinnungskorrektur ihr Heil in der subtilen homoerotik national befreiter Zonen und Wehrsportgruppen voller gestählter Glatzenträgerkörper sucht.


Versuche früherer Regierungen dem Problem mit der verstärkten Zufuhr von osteuropäischen Zwangsprostituierten entgegenzuwirken, sind bislang gescheitert, da die Rassenideologie der Betroffenen hier dem Liebesakt im Weg steht.

Ranzig@Danzig fordert daher die umgehende staatlich subventionierte Ansiedlung westdeutscher Edelnutten in die betroffenen Gebiete und wird im Zuge dieser neuen wissenschaftlichen Erkenntisse schon bald Deutschlands erste wahre Antifaschistische Datingagentur eröffnen.

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23.5.07

Hier draußen gibt's noch nicht mal Scheiße, Sir!


Aufgrund erschreckender neuer Erkenntnisse, die das Projekt RANZIG @ DANZIG in neuem Licht erscheinen lassen (siehe Bild), sieht sich die Redaktion gezwungen, sich zur Neukonzeptionierung für ein Forschungssemester zur Vulkanischen Akademie der Wissenschaften zurückzuziehen.

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26.4.07

Ludwig Erhard Bolschewik?


Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass Ludwig Erhard zeitweise kein CDU-Mitglied gewesen ist, so zum Beispiel beim Antritt seiner Kanzlerschaft. Das mag den geneigten Leser schockieren, betrifft aber mehr Bundesbürger als man denkt. Auch der Verfasser dieser Zeilen hat nach mehreren Stunden verzweifelter Suche keinerlei Unterlagen, mit denen eine Mitgliedschaft in der CDU nachzuweisen wären, auffinden können. Jedenfalls gibt mir das Mut für meine nächste Kanzlerkandidatur - ich wäre zwar der erste Mann, aber der zweite Parteilose als Kanzler. Ein herber Schlag ist die neue Erkenntnis auch für Ede Stoiber, der trotz CSU-Mitgliedschaft niemals Kanzler war.

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31.1.07

Tee oder Kaffee?

Falls jemand meine Entrüstung teilen möchte: gestern klärte Galileo, die Wissenschaftssendung von Pro7, deren Antrailerung man leider nicht verpassen kann, wenn man erwachsen genug ist, sich jeden Tag die Qualitätssendung Die Simpsons anzusehen, wer im direkten Gefecht gewinnen würde: Ninja oder Elitesoldat. Das erinnerte mich an meine Grundschulzeit, in der Klassenkameraden, deren Eltern ihren Kindern Spielzeug aus Plastik kauften, nicht aus Holz, erörterten, wer besser sei, Batman oder Superman. Ich habe meine Holzeisenbahn immer noch, bin aber heute in der Lage, all diese relevanten Schulhof-Dilemmata auf sicherem wissenschaftlichen Fundament ein und für verdammt noch alle mal aufzuklären: Batman ist besser als Superman, weil Superman ein Idiot ist und seine Unterhosen über seiner - auch sonst geschmacklosen - Oberbekleidung trägt, Batman aber Wissenschaftler ist (das lehren schon Die Simpsons). Die Frage, ob ein Ninja oder ein Elitesoldat die geilere Sau im Pro7-Donnerkuppel-Showdown sei, bleibt aufgrund mangelnder wissenschaftlicher Relevanz unbeantwortet, denn es steht quasi schon formallogisch fest, dass ein Ninja-Elitesoldat (siehe Bild) beide verwamsen könnte und würde.


Ich habe mir auch einen Begriff ausgedacht für solche breiigen Vorabendverdummungsversuche: Pubertärwissenschaft. Falls jemand meine Entrüstung teilen möchte...

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23.1.07

Attention, consumers: Rinderhack ist Kack!

In seinem Buch Das Imperium der Rinder macht auch Rifkin die Viehzucht als einen der Hauptschuldigen für viele Umweltprobleme aus: »Das Rind, das einst als heiliges Fruchtbarkeitssymbol verehrt und in jüngerer Vergangenheit als Wohlstandssymbol gefeiert wurde, vergiftet heute die Atmosphäre und die Lebensräume unseres Planeten.« Und Josef H. Reichholf, Evolutionsbiologe und Professor für Naturschutz an der TU München, nennt in seinem Buch Der Tanz um das goldene Kalb die Erde gar den »Planeten der Rinder«. Die Wiederkäuer sind für ihn durch ihre Symbiose mit dem Menschen die »dominante Lebensform«. Ihnen gehöre das meiste Land, der Mensch versorge sie mit allem, was sie brauchten, und opfere einen Gutteil seiner eigenen Lebensmöglichkeiten, um sie zu erhalten.

Aus der ZEIT.

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